Monatsarchiv für Mai, 2008
Die Debatte um die Rente wird immer kurioser. Nachdem beinahe jede Bundesregierung der vergangenen sechzig Jahre sich in irgendeiner Form am Kapital der Rentenkasse zu schaffen gemacht hat, brachte die Wiedervereinigung dieser Vorsorgeform den endgültigen Kollaps. Leider wollte das lange niemand so recht zugeben, weshalb die Not jetzt gross ist und wie üblich in solchen Phasen, Aktionismus um sich greift. Nicht genug, dass bei sinkenden Reallöhnen und einer explosiven Zunahme von niedrig bezahlten Jobs jedermann jetzt möglichst selbst für sein Alter vorsorgen soll, für seine Gesundheit und Pflege übrigens auch, sollen jetzt neue Beitragszahler gefunden werden, die wenigstens den Status quo der Rentenversicherung aufrecht erhalten sollen. Die Wahl ist jetzt erst mal auf die Selbstständigen gefallen. Um zu verhindern, dass die im Alter möglicherweise so arm sein könnten, dass sie auf Sozialhilfe angewiesen sind, sollen sie zwangsweise Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung werden. Dieser populistische Vorschlag verschweigt, dass ein selbstständiger Unternehmer als quasi sein eigener Arbeitgeber zum einen das Doppelte in die Kasse einzahlen müsste wie ein Arbeitnehmer um auf den gleichen Rentenbetrag zu kommen. Da dem Selbstständigen niemand einen Arbeitgeberanteil zuschiesst, wird dies eine sehr teure Vorsorge werden. Für kleine Betriebe oder Ein-Mann-Unternehmen, die vielleicht aktuell gerade so überleben können, wird dies eine schwere finanzielle Bürde. Weiter ist höchst fraglich, ob der erworbenen Rentenanspruch überhaupt genügt um der Altersarmut zu entkommen. Das darf aus heutiger Sicht bezweifelt werden, sofern man nicht den Höchstsatz oder einen Betrag nahe daran einzahlt. Daher muss eine private Vorsorge ohnehin betrieben werden. Für diesen Zweck wären die Mittel, die dann in der Rentenkasse einbezahlt werden müssten wesentlich besser angelegt. Den Selbstständigen wäre mit einer zielführenden Wirtschafts-und Steuerpolitk deutlich besser gedient als mit einer neuen Zwangsmitgliedschaft, die sich schlecht mit freiem Unternehmertum verträgt.
29. Mai 2008
Wer sich fälschlicherweise darauf freut, dass er mit Erhalt der ersten Rentenzahlung auch die lästigen Abzüge los sei, die ihn sein ganzes Berufsleben begleitet haben, täuscht sich gewaltig. Auch von den Altersbezügen wollen die Sozialkassen und das Finanzamt etwas ab haben, und das nicht zu knapp. Pauschal lässt sich nicht sagen, wieviel von der Rente übrig bleibt. Hier kommt es darauf an, was für eine Rente man erhält.Ist man Empfänger der klassischen gesetzlichen Rente, muss man auf jeden Fall Krankenversicherungsbeiträge in Höhe des jeweiligen Beitragssatzes seiner Versicherung abführen. Erfreulicherweise trägt der Rentner aber nur die Hälfte der Belastung. Die andere Hälfte zahlt die Rentenkasse, so wie während des aktiven Berufslebens dies der Arbeitgeber getan hat. Gleiches gilt für die Pflegeversicherung. Voll zur Kasse gebeten werden die Ruheständler aber bei den anstehenden Erhöhungen dieser Sozialbeiträge. Hier beteiligt sich der Rententräger nicht mehr hälftig, sondern der Renter muss den kompletten Betrag alleine zahlen. Erhält man ausser der gesetzlichen Rente keine weiteren Altersbezüge, kann man etwa mit Abzügen von insgesamt zehn Prozent rechnen.
Aber auch das Finanzamt hat ein Auge auf die Rente geworfen. Wer Altersbezüge über dem Freibetrag von siebentausendsechshundert Euro erhält, muss diese ganz regulär versteuern. Jedoch kann man auch dabei wie jeder Einkommensbezieher die üblichen Werbungskosten und sonstiges geltend machen, um die Steuerlast zu drücken. Zusätzliche Einkünfte ausserhalb des Rentenbezugs, etwa Mieteinnahmen oder Kapitalerträge, sind ohnehin steuerpflichtig. Einen Bonus gewährt der Gesetzgeber jedoch in steuerlicher Hinsicht. Aktuell werden nur etwa mehr als die Hälfte der Renteneinkünfte besteuert. Dieser Anteil steigt bis zum Jahr 2040 jährlich auf dann einhundert Prozent.
Betriebsrenten sind voll sozialversicherungspflichtig und müssen ebenso voll versteuert werden. Eine Ausnahme gilt, wenn die betriebliche Altersvorsorge aus versteuertem Einkommen angespart wurde.
Die Riester-Rente ist ebenfalls voll steuerpflichtig, da die Beiträge während der Ansparzeit steuerfrei waren. Sozialabgaben werden keine fällig.
27. Mai 2008
Niemand denkt gerne daran, aber jedem kann es zustossen. Ein Unfall, eine Krankheit, der Beruf kann nicht mehr ausgeübt werden. Eine Katastrophe, hat man nicht ausreichend für diesen Fall vorgesorgt. Die Invalidenrente ist je nach Lebensalter völlig unzureichend, selbst wenn man schon viele Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat, wird man von der gekürzten Rente nur in Ausnahmefällen leben können.Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört daher zu den wenigen Versicherungen, die jedermann unbedingt haben sollte. Außer einer Privathaftpflicht und der inzwischen obligatorischen privaten Altersvorsorge gehört sie zu den wenigen Verträgen, auf die man keinesfalls verzichten sollte. Die Folgen sind bei Eintritt des Risikos einfach zu dramatisch, im Zweifel verliert man nicht nur den gewohnten Lebensstandard, sondern ist mitunter auf Sozialhilfe dauerhaft angewiesen. Wer sich ein solches Schicksal ersparen möchte, ist gut beraten einen entsprechenden Vertrag abzuschließen.
Die Kosten für diese Absicherung lassen sich allerdings nicht pauschal beziffern. Vieles hängt von den persönlichen Umständen ab. Auch unterscheiden sich die einzelnen Versicherungsgesellschaften in der Bewertung beruflicher Risiken. Umfassende Information ist daher Pflicht, bevor man seine Unterschrift unter einen Vertrag setzt.
Entscheidendes Merkmal ist nahe liegend der ausgeübte Beruf. Je gefährlicher die Tätigkeit, desto höher der geforderte Beitrag. Dieser Zusammenhang ist offenkundig und bedarf keiner näheren Erläuterung. Wer auf Hochspannungsmasten klettern muss, zahlt naturgemäß mehr als ein Bürohengst.
Weiteres Kriterium ist das Alter, in dem man sich für eine Absicherung entscheidet. Auch hier liegt es auf der Hand, das ein junger Mensch im Schnitt weniger Vorerkrankungen und Zipperlein haben wird als ein Älterer. Auch steigt mit zunehmendem Lebensalter das Risiko der Berufsunfähigkeit, ebenso die Beiträge mit steigendem Eintrittsalter.
Je früher man sich also für eine Berufsunfähigkeitsversicherung enschliesst, desto weniger Beiträge wird man zahlen. Man sollte sich diese Ausgabe nicht sparen. Ein Viertel aller Arbeitnehmer kann vorzeitig seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben.
27. Mai 2008
Die Pläne beziehungsweise die bereits umgesetzte Gesetzgebung zum Renteneintrittsalter stößt bei der Mehrzahl der europäischen Arbeitnehmer nicht unbedingt auf Gegenliebe. Eine aktuelle Studie hat sich mit den Meinungen der Erwerbstätigen in über sechsundzwanzig Ländern auseinander gesetzt. Das Ergebnis zeigt für Deutschland, dass die Heraufsetzung des Rentenalters auf Siebenundsechzig eine Mehrheit ablehnt. Die meisten würden gerne spätestens mit vierundsechzig Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden. In dieser Ansicht spiegelt sich bereits ein Stück weit die akzeptierte Notwendigkeit wider, dass ein früher Renteneintritt immer weniger wahrscheinlich wird. Im Vorjahr nämlich lag diese Wunschgrenze noch ein Jahr niedriger. Könnten die Deutschen wie sie wollten, würden sie bereits mit neunundfünfzig die Arbeit niederlegen. Das die Rente mit Siebenundsechzig bei der diesjährigen Untersuchung auf etwas höherer Akzeptanz trifft, hat wohl wenig mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung zu tun.
Immerhin ist sich eine überwältigende Mehrheit inzwischen darüber im Klaren, dass man selbst für das Alter vorsorgen muss, will man als Rentner nicht in Armut leben. Der gesetzlichen Rentenversicherung trauen nur noch Wenige zu, die Vorsorge ausreichend zu gewährleisten. Etwa Dreiviertel der Arbeitnehmer haben dieser Erkenntnis bereits Konsequenzen folgen lassen und sparen für die private Altersvorsorge. Immerhin mit einem Durchschnittsalter von Einundreißig fängt der Deutsche mit dem Sparen schon an, deutlich früher als die Bürger der meisten anderen Nationen.
Auf Experimente lassen sich dabei allerdings nur wenige ein. Die Sicherheit der Anlage steht in der Prioritätenliste ganz oben. Nur eine Minderheit ist bereit, sich für eine höhere Rendite auf spekulative Anlageformen wie etwa Rentenfonds, einzulassen. Es wird mittlerweile sogar mehr in die private Altersvorsorge investiert als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist bei vielen die Angst im Alter nicht ausreichend versorgt zu sein. Über die Hälfte erwartet, dass es ihnen im Rentenalter schlechter geht als während des Erwerbslebens. Nicht wenige erwarten sogar, dass sie als Rentner weiter werden arbeiten müssen.
24. Mai 2008
Die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung verändert sich seit langem in bedenklicher Weise. Während einerseits immer weniger Kinder geboren werden, sorgt der hohe Lebensstandard und flächendeckende medizinische Versorgung auf hohem Niveau dafür, dass immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen. Zumindest letztere Nachricht ist durchaus erfreulich, hat jedoch im Zusammenhang mit der zuerst erwähnten Entwicklung gravierende Folgen für die Sozialsysteme. Das immer höhere Durchschnittsalter bedingt, dass auch immer mehr Senioren in ihren letzten Lebensjahren auf fremde Hilfe angewiesen sind. Auch das beste Gesundheitssystem kann gegen Gebrechlichkeit und alle sonstigen natürlichen Alterserscheinungen nichts tun - irgendwann nimmt die Natur ihren Lauf. Solange auf der anderen Seite der so genannten Alterspyramide eine breite Basis junger Menschen aufwuchs, die als Erwachsene einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgingen, konnten die Sozialkassen die Folgen des Alters problemlos finanzieren. Aber nicht nur der fehlende Nachwuchs, auch die wirtschaftliche Entwicklung und nicht zuletzt die Globalisierung sorgten bislang für viele Jahre für eine sehr hohe Arbeitslosigkeit mit der Folge, dass es den Kassen an Einnahmen fehlte. Auch mit der augenblicklich scheinbar günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann nicht wirklich Abhilfe geschaffen werden, da viele der neuen Jobs schlecht bezahlt sind oder gar sozialversicherungsfrei.Die Problematik hat der Gesetzgeber schon lange erkannt und die Pflegeversicherung eingeführt. Diese krankt zwar auch an ihrer Finanzierungsbasis - auch sie wird von den Arbeitnehmer getragen, mit den entsprechenden Konsequenzen bei niedrigen Löhnen und Erwerbsquote. Dennoch schafft sie eine grundlegende Absicherung für den Pflegefall. Diesem System droht jedoch die gleiche Gefahr wie etwa der Rentenkasse. Gibt es in der demografischen Entwicklung keine einschneidende Wende, werden in etwas vierzig Jahren einhundert Arbeitnehmer nicht nur fast sechzig Rentner, sondern auch fünfundzwanzig Pflegefälle finanzieren müssen. Sozialabgaben in dieser Höhe sind jedoch ganz klar ausgeschlossen, da sie einen ökonomische Katastrophe wären.
Ein Ausweg aus der drohenden Krise sehen Experten in einer privat finanzierten Pflegeversicherung, die nach deren Ansicht verpflichtend sein sollte. Demnach soll die Pflege den gleichen Weg nehmen wie die Rente. Die solidarische Umlage wird durch individuelle Vorsorge ersetzt. Bleibt die Frage zu klären, wie der wachsende Anteil der Erwerbstätigen mit niedrigen Einkommen, die kaum mehr zum Überleben reichen, all die Vorsorgeversicherungen bezahlen soll.
22. Mai 2008
Jahrelange Aufklärung und ungezählte Medienberichte haben in einer breiten Bevölkerungsschicht das Bewusstsein geschaffen, dass die gesetzliche Rente in den meisten Fällen nicht ausreichen wird, um ein sorgloses Leben im Alter zu führen. Ganz im Gegensatz zu dieser weit verbreiteten Erkenntnis steht die Quote derer, die tatsächlich für das Alter privat vorsorgen. So hat noch kaum ein Viertel der Berechtigten einen Riester-Vertrag abgeschlossen, bei anderen Altersvorsorgeinstrumenten sieht es ähnlich aus.Interessanter Weise ist jedoch die finanzielle Potenz der Haushalte beziehungsweise Personen nicht das entscheidende Kriterium, das den Ausschlag gibt ob gespart wird oder nicht. Neben Haushalten, bei denen es schlicht an den Geldmitteln für eine Sparleistung fehlt und solchen, die ohnehin über Vermögen verfügen, gibt es auch eine sehr große Gruppe, die sich eine Vorsorge eigentlich problemlos leisten könnte, es aber nicht tut.
Eine aktuelle Untersuchung hat sich dieses Phänomens angenommen und die Gründe für diesen offenkundigen Widerspruch ermittelt. Einer liegt greifbar nahe und ist wohl jedem bekannt, der sich je mit dem Thema private Altersvorsorge beschäftigt hat. Die Möglichkeiten sind so umfangreich, dass man erst einmal viel Zeit investieren muss, um sich überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Auch sind die staatlichen Instrumente für die Alterssicherung nicht ohne weiteres zu verstehen. Wie eine Riester-Rente funktioniert und ob sie sich im Einzelfall rechnet, dass muss man erst einmal herausfinden. Ob man dann nach langer Suche auch das optimale Angebot heraus gesucht hat, bleibt stets ungewiss. Diese Ungewissheit ist ein Hindernis, sich überhaupt mit dem Thema auseinander zu setzen.
Die meisten Menschen können sich auch nur schwer vorstellen, dass sich ihre aktuellen Lebensumstände wesentlich ändern könnten. Das theoretische Wissen, dass man, unternimmt man nichts, im Rentenalter auf viel Komfort wird verzichten müssen, ist einfach zu abstrakt, um zum Handeln zu motivieren.
Aus diesen Gründen bleibt trotz besserer Einsicht allzu oft das entscheidende Handeln aus, ein Versäumnis, das man später gewiss bereuen wird.
22. Mai 2008
Meist ist der Anlass eine Familiengründung der dazu führt, dass einer der Ehepartner sich zumindest für einige Jahre als Hausfrau,- oder Mann betätigt und keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Obwohl der Gesetzgeber Familien durch Elterngeld und andere Leistungen fördert und auch die persönliche Kinderbetreuung durch Einführung des Elternjahres begünstigt, erleidet der Daheimbleibende Verluste bei seinem Rentenanspruch.
Als besonders tückisch erweist sich dabei die Berechnung späteren Rentenhöhe für Berechtigte, die zeitweise aus dem Beruf aussteigen oder eine geringer bezahlte Teilzeitstellung annehmen. Da die spätere Rente über den gesamten Zeitraum der Beitragszahlungen ermittelt wird, ist es keineswegs so, dass bereits erworbene Ansprüche unverändert bleiben und sich lediglich nicht weiter erhöhen. Durch Mittlung der Beitragsleistungen haben beitragslose Zeiten zur Folge, dass sich die bestehenden Ansprüche sogar verringern. Daher ist es ratsam, diese stetig wachsende Versorgungslücke rasch zu schließen. Dies gilt besonders, wenn der Wiedereinstieg in den Beruf ungewiss ist, etwa weil man den Job gekündigt hat oder aus anderen Gründen keinen Mutterschaftsurlaub oder vergleichbares in Anspruch nehmen konnte.
Eine Möglichkeit zum Ausgleich des entstehenden Verlustes ist ein Modell der Riester-Rente, das auch Hausfrauen, - bzw. Männer nutzen können. Interessant dabei ist, dass der Betroffenen keinen eigenen Beitrag zahlen muss; mangels eigenem Einkommen wäre dies in der Regel auch kaum möglich.
Einzige Voraussetzung ist ein Riester-Vertrag des weiter erwerbstätigen Ehepartners. Ist ein solcher vorhanden, kann ein Zulagenvertrag dazu abgeschlossen werden. In diesen wird der staatlich gewährte Zuschuss zur Riester-Rente für den verbliebenen Ehepartner eingezahlt, sowie die Zulagen für die Kinder. Ansonsten muss kein eigener Beitrag geleistet werden, außer während der offiziellen Elternzeit, in der ein reduzierter Mindestbeitrag fällig wird; da in diesem Zeitraum jedoch Elterngeld gewährt wird, bleibt dies eine zumutbare Belastung.
20. Mai 2008
Wen das tragische Schicksal ereilt, bereits als Kind beide einen oder gar beide Elternteile zu verlieren, erhält vom Staat die sogenannte Waisenrente. Diese Unterstützung anerkennt die Beiträge der verstorbenen Eltern in die Sozialkasse und verhindert, dass der junge Mensch ohne eigene Schuld auf Sozialleistungen angewiesen ist.Grundsätzlich wird diese Leistung gewährt, bis der Betroffene volljährig geworden ist. Der Gesetzgeber vermutet, dass der junge Erwachsene ab diesem Zeitpunkt für sich selbst sorgen kann. Dies ist nun nicht immer der Fall. Mit erreichen des achtzehnten Lebensjahres befinden sich viele noch mitten in der Ausbildung. Entweder stehen arbeiten sie noch an ihrem Abitur, sofern sie eine höhere Schule besuchen, oder sie sind in Lehre oder Studium. In allen Konstellationen fehlt es in der Regel an einem regelmäßigen Einkommen, dass für den Lebensunterhalt ausreichend ist.
Für diese Konstellation sind im Rentenrecht Ausnahmen vorgesehen. So kann eine Waisenrente bis zum siebenundzwanzigsten Geburtstag gewährt werden. Davon können solche Waisen profitieren, die sich bis zu diesem Altern noch in der Ausbildung befinden, einem Studium nachgehen oder ein freiwilliges soziales Jahr ableisten.
Zusätzlich wird die Zeit angerechnet, die Wehr,- oder Zivildienst in Anspruch nehmen. Da bei letzterernVerpflichtungen kein Anspruch auf die Rente besteht, da in beiden Fällen ein Einkommen gezahlt wird, bleiben diese Zeiten bei der Berechnung weiterer Ansprüche unberücksichtigt.
Gut beraten ist jeder Berechtigte, den Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen rechtzeitig dem Amt mit zu teilen. Wer etwas nach Beendigung oder Abbruch seines Studiums die Waisenrente weiter bezieht, ist verpflichtet sie zurück zu zahlen.
19. Mai 2008
Es ist schon fast zum geflügelten Wort geworden: die eigenen vier Wände seien ein sehr wichtiger Beitrag für die private Altersvorsorge. Man braucht als Rentner keine Miete zu bezahlen und es steht ein Vermögenswert zur Verfügung, der im schlimmsten Fall für die Versorgung oder gar im Pflegefall als Absicherung dient.Dieses Bild von der Rente in Stein erweist sich wie so vieles bei näherer Betrachtung als trügerisch. Tatsächlich fehlt, zumindest in Deutschland, dieser Geldanlage eine ganz wichtige Eigenschaft, die im vielen anderen Ländern Immobilien jedenfalls bis zur aktuelle Krise in der Branche, als Geldanlage sehr attraktiv machen: die Wertsteigung. Genau daran fehlt es hierzulande. Betrachtet man die Preisentwicklung der letzten dreißig Jahre, so erkennt man, dass diese fast durchweg in dieser Zeitspanne gesunken sind statt gestiegen. In den meisten Jahren lag die Wertsteigung einer Durchschnittsimmobilie unter der Inflationsrate. Der Eigentümer verliert also von Jahr zu Jahr Geld, welches für die Altersabsicherung später fehlt. Wer hier fälschlicherweise Erträge für das Rentenalter einkalkuliert hat, wird eine bedeutende Versorgungslücke erkennen, sobald er darauf zurückgreifen will.
Grund für diese Preisentwicklung ist die konjunkturelle Entwicklung während dieser Zeit. Besonders sind real sinkende Löhne dafür verantwortlich. Einkommensminderungen wirken sich negativ auf die Kaufkraft aus und sorgen für niedrige oder sinkende Preise.
Günstig ist diese Entwicklung für Mieter, die mit gleichbleibenden oder nur gering steigenden Mieten einen guten Schnitt machen. Wer mietet hat daher rein rechnerisch mehr freies Kapital übrig, dass er in eine renditestarke Altersvorsorge investieren kann, etwa einen Riester-Fonds.
Tatsächlich verhält es sich demnach genau umgekehrt, wie allgemein vermutet: wer auf das eigenen Haus verzichtet, hat zumindest die besseren Startbedingungen für die private Rente.
19. Mai 2008
Auch nach Jahrzehnten Emanzipationsbewegung und zahlreicher gesetzlicher Bemühungen zur Gleichstellung der Geschlechter sind auch heute noch Frauen, zumindest im Berufsleben, benachteiligt.
Zum einen ist die Bezahlung für weibliche Mitarbeiter üblicherweise noch immer schlechter als für einen Mann mit dem gleichen Job. Hinzu kommt, dass das klassische Rollenbild von Mann und Frau in weiten Teilen der Gesellschaft weiterhin Gültigkeit hat. So gibt meist sie ihre Arbeit auf, wenn der Nachwuchs kommt oder geht in Teilzeit oder Minijob. Lässt die familäre Situation wieder eine Vollzeitbeschäftigung zu, gelingt gerade in der heutigen schwierigen Arbeitsmarktsituation der Wiedereinstieg nicht immer - schon gar nicht kann der eingetretenen Einkommensverlust wieder ausgeglichen werden.
Das hat trotz Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente schwere Nachteile für die Altersvorsorge von Frauen. Sie erhalten statistisch nur etwa die Hälfte von dem, was der durchschnittliche männliche Rentner bezieht. Das bedeutet in konkreten Zahlen eine Rente in Höhe von etwas mehr als 500 Euro. Ohne staatlichen Zuschuss kann man von dieser Summe auch bei bescheidenem Lebenswandel nicht existieren. Altersarmut ist daher gerade für Frauen eine akute Bedrohung. Abhilfe schafft hier nur eine wohl überlegte private Altersvorsorge, die etwa auch die Tatsache berücksichtigt, dass Frauen im Schnitt wesentlich älter werden als Männer.
Dieser Umstand ist der ganz überwiegenden Mehrheit der weiblichen Bevölkerung bekannt und wird auch als wichtig eingeschätzt. Dennoch klafft hier zwischen Problembewusstsein und konkreter Tat eine riesige Lücke. Tatsächlich sorgt nur eine Minderheit privat für das Alter vor.
Die typischen Wechselfälle des Lebens sollten besonders Frauen bei der Wahl ihres Vertragspartners im Augen behalten. So sollte es möglich sein etwa auf die Erziehungsphase flexibel zur reagieren. Eine Anpassung an sich immer häufiger und schneller ändernde Lebensumstände wird zwar auch für Männer immer wichtiger, ist für Frauen jedoch unverzichtbar.
16. Mai 2008
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