Altersvorsorge - die Immobilienfalle

06.Dezember 2008

Ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge ist nach weit verbreiteter Meinung die selbst genutzte Immobilie. Das ist prinzipiell auch richtig. Damit die Altersvorsorge jedoch nicht zu eine Belastung wird statt zu einem Vorteil, muss man bei der Anschaffung der eigenen vier Wände einiges beachten. Das gilt ebenso für diejenigen, die eine Immobilie vermieten wollen.Erster wichtiger Tipp zu diesem Thema: man sollte nur Geld ausgeben und verplanen, dass man auch tatsächlich besitzt. Es ist zwar verführerisch, eine Erbschaft, die man sicher glaubt irgendwann zu bekommen oder die Rendite aus einer Geldanlage schon in die Finanzierung mit einzurechnen. Das ist jedoch ein großes Risiko. Die Erbschaft kann wertlos sein, die Rendite viel niedriger als erwartet. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man nur tatsächliches Vermögen und Einnahmen verplanen, so zum Beispiel das regelmäßige Gehalt. Kommt dennoch ein unerwarteter Geldsegen, umso besser. Den kann man dann etwas für Sondertilgungen verwenden.

Bei einem Darlehen kommt es nicht nur auf eine möglichst niedrige Rate an. Dem gleichen Irrtum verfallen viele Autokunden, die ein Fahrzeug leasen und nur die monatliche Zahlung im Auge haben. Tatsächlich zahlen sie jedoch sehr viel mehr für ihr Fahrzeug als ein Barzahler. Genau so verhält es sich bei Immobilienkrediten. Die Raten sind nur deshalb so niedrig, weil der Tilgungsanteil sehr gering ist, meistens bei einem Prozent. Das bedeutet jedoch, dass man zum einen sehr lange am Kredit abbezahlt und außerdem der Bank eine riesige Summe Zinsen zahlen muss. Daher sollte man die Tilgung so hoch wählen, wie man es sich nur leisten kann. Dann gehört einem das Haus früher und man spart ein Vermögen an Zinsen.

Man sollte keine Steuervorteile in die Finanzierung einrechnen. Das hat für tausende Anleger zu einer Katastrophe geführt, die nunmehr auf unvermietbaren Ostimmobilien sitzen. Der größte Steuervorteil nutzt nichts, wenn die Immobilie keine Mieteinnahmen bringt. Daher kann man nur diese in die Finanzierung seriöser Weise mit einbeziehen.

Wer sich zu einem Hausbau entschließt, wird in der Regel das erste Mal, und vermutlich auch das letzte Mal, ein solches Projekt bewältigen müssen. Folglich werden die meisten Bauherren kein Fachmann sein und daher viele Vertragsfallen gar nicht erkennen können. Bevor man also eine Vertrag bei einem Generalunternehmer oder Architekten unterschriebt, sollte man sich unbedingt von einem Fachmann beraten lassen.

Nimmt man eine Kredit auf, so berechnet die Bank an Hand des gesamten Einkommens, welche Schulden man sich maximal leisten kann. Geht man hier ans Limit, bleibt zum Leben nicht allzu viel übrig. Da eine Immobilienfinanzierung sehr lange läuft, sollte man darüber nachdenken, was man sich in dieser Zeit noch leisten will. Dieser Betrag muss vom Einkommen übrig bleiben.

Bevor man sich zu einem Kauf oder Bau entschließt, muss man genau darüber nachdenken, was man alles verwirklichen will. Erst wenn dies im Detail feststeht, kann man den Finanzbedarf abschätzen. Wünsche, die im nach hinein auftauchen, machen eine kostspielige Nachfinanzierung erforderlich, die man leicht vermeiden kann.

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