Die gesetzliche Rente - wie funktioniert sie eigentlich
Über die gesetzliche Rente wird seit vielen Jahren diskutiert und gelegentlich wird sie etwas reformiert. Herumgesprochen hat sich zwar, dass der Anspruch aus dieser staatliche Zwangsvorsorge immer geringer wird. Nach welchem Prinzip die Rente eigentlich aufgebaut ist wissen viele jedoch nicht - hier gelten ganz andere Regeln als etwa bei einem Sparguthaben.Die Rentenversicherung ist solidarisch aufgebaut. Das bedeutet genauer, alle abhängig Beschäftigten bis zu einer bestimmten Bemessungsgrenze und deren Arbeitgeber sind in verpflichtet Beiträge in die Rentenkasse zu zahlen. Die Höhe dieses Beitrags bemisst sich nach einem bestimmten Prozentsatz des Bruttolohns, den der Gesetzgeber festlegt. Wer ein Einkommen über der Bemessungsgrenze erhält oder selbstständig ist, kann sich freiwillig Rentenversichern und so eine Anspruch auf eine spätere Rentenzahlung aufbauen. Dieser große Kreis von Einzahlern bildet zusammen mit den bereits im Ruhestand lebenden Mitgliedern die Solidargemeinschaft. Während die Aktiven Beiträge einzahlen, erhalten die Rentner aus diesem Topf ihr Altersgeld. Auch aus dieser Kasse werden bestimmte, eigentlich sachfremde Leistungen finanziert, so beispielsweise ein Teil der Krankenversicherungsbeiträge der Rentner.
Wie eben angedeutet, beruht dieses Solidarprinzip nicht auf einem Sparplan, ein häufiges Missverständnis in Bezug auf die gesetzliche Rentenversicherung. Nicht der einzelne Arbeitnehmer spart einen individuellen Betrag für seine Versorgung an der später ausgezahlt wird, wie das etwa bei einer privaten Rentenversicherung der Fall ist; vielmehr werden die akuellen Beiträge direkt für die Rentnergeneration verwandt. In den Medien spricht man dabei häufig vom sogenannten Generationenvertrag, der Fachausdruck lautet Umlageverfahren.
Dieses unter Bismarck eingeführte System hat erfolgreich viele schwierige Zeiten überstanden. Der entscheidende Grund dafür ist, das es kein angespartes Kapital gibt, dass etwa durch eine Inflation vernichtet werden könnte. Problematisch wird dieses Prinzip allerdings in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Langfristig könnte der Generationenvertrag in Frage stehen, da die Geburtenrate stetig sinkt, während die Lebenserwartung und somit die Rentenbezugsdauern steigen. Um diese Schwieflage auszugleichen, hat der Gesetzgeber in mehreren Anläufen versucht die gesetzliche Renten zu reformieren. Das Ergebnis läuft allerdings regelmäßig auf sinkende Ansprüche bei günstigsten falls gleich bleibenden Beiträgen hinaus. Ob dieses Prinzip zukunftssicher ist, ist äußerst fraglich und hängt von der demographischen Entwicklung der Bevölkerung ab. Eine private Vorsorge sollte jedenfalls jeder treffen, der nicht Gefahr laufen will, im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein.
jetzt kommentieren? 22. April 2008