Trend: Grundrente

05.Oktober 2008

Die Rentner von heute sind fein raus, jedenfalls der überwiegende Teil von ihnen. Die Zeiten der finanzielle Verpflichtungen sind weitgehend vorbei, spätestens seit die Kinder aus dem Haus sind und das eigene Häuschen bezahlt ist. Die gesetzliche Rentenversicherung überweist obendrein jeden Monat einen schönen Betrag auf das Konto, für den die Rentnergeneration ein Leben lang gearbeitet hat. Das heutige Rentenniveau ist so hoch, dass die meisten ihren Lebensstandard halten können und ihre Lebensqualität derjenigen des Berufslebens entspricht.Diese Zustände werden sich bald ändern. Die folgenden Rentnergenerationen werden nicht mehr so auf Rosen gebettet sein. Wer heute in die Rentenkasse einzahlt, zahlt zwar die höchsten Beiträge, die es jemals gegeben hat, aber die zu erwartende Rente ist dafür nur sehr gering. Wer in zwanzig Jahren pensioniert wird, bekommt von jedem eingezahlten Euro nur noch achtzig Prozent zurück.

Daher ist die gesetzliche Rente schon seit langer Zeit heißes Diskussionsthema. Diverse Nachbesserungen, auch Rentenreformen genannt, flicken zwar Löcher, aber die nächste Nachbesserung muss in immer kürzeren Abständen folgen. So wird es auch bei der aktuellen Rentenreform sein. Die entscheidende Frage lautet heute daher nicht mehr, ob die Renten sicher sind. Das sind sie auf jeden Fall, da der Anspruch darauf ein Form des Eigentums darstellt. Vielmehr kommt es darauf an, wie hoch die spätere Rente sein wird. Hier ist ein klarer Trend auszumachen, und der geht in Richtung Grundrente. Wer heute Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, bekommt nur einen Bruchteil dieser Einlage wieder zurück, er legt also im Ergebnis drauf.

Ein wichtiger Grund dafür ist die demoskopische Entwicklung. Da die durchschnittliche Lebenserwartung ansteigt und in zwanzig Jahren voraussichtlich ein Drittel der Bevölkerung über sechzig sein wird und gleichzeitig bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland etwas zehn Millionen Menschen weniger leben werden, fehlt der Rentenversicherung eine gesunde Basis. Immer weniger Arbeitnehmer müssen für immer mehr Rentner aufkommen, die zudem immer älter werden. Die Differenz zwischen letztem Gehalt und der Rentenhöhe wird kontinuierlich ansteigen; es ist die so genannte Versorgungslücke.

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